Paul Schneider

Unser Bezirk trägt den Namen „Paul Schneider“, unsere Stämme die Namen „Dietrich Bonhoeffer“, „Maria von Maltzan“ und „Cato Bontjes van Beek“. All diese Personen haben eines gemeinsam: Sie leisteten Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Die Verwendung ihrer Namen ist unser kleiner Beitrag dazu, diese Persönlichkeiten nicht zu vergessen und ihren Mut in Erinnerung zu halten.

Das Leben Paul Schneiders

Paul Schneider wurde am 29. August 1897 in Pferdsfeld (Rheinland-Pfalz) als Pfarrerssohn geboren. Er studierte selbst evangelische Theologie und wurde in derselben Gemeinde wie sein Vater Pastor.

Paul SchneiderMit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden der Kirche die ersten Einschränkungen auferlegt. Schneider distanzierte sich immer deutlicher von der nationalsozialistischen Ideologie. Er wagte es, Parteifunktionäre des Nationalsozialismus in seiner Gemeinde vom Abendmahl auszuschließen. Wegen seiner Predigten wurde er von der Gestapo verhaftet, wieder freigelassen und predigte entgegen aller Befehle erneut.

1937 wurde Paul Schneider in „Schutzhaft“ genommen und kam dann in das Konzentrationslager Buchenwald. Auch dort verweigerte er den Hitlergruß noch und kam deshalb in die Arrestzelle. Von dort aus hielt er Predigten für die im Gefängnishof Versammelten. So wurde er als „Prediger von Buchenwald“ bekannt.

Für eine dieser Predigten wurde er mit Prügel bestraft, bis er bewusstlos war. Am 18. Juli 1939 wurde er im Alter von 41 Jahren durch den Lagerarzt im Konzentrationslager Buchenwald getötet.

Noch in der äußersten Qual des Lagerdaseins und im Zusammenbruch seiner körperlichen Kräfte war Pfarrer Schneider seinen Mitgefangenen ein Tröster und ein Retter aus der Verzweiflung. Auch im Konzentrationslager hat er nicht aufgehört, mit der ihm eigenen Unerschrockenheit die Wahrheit zu sagen, wann immer ein Bekenntnis am Platze war.